Nina Tarandek wurde 2018 im Fachmagazin „Opernwelt“ als „Sängerin des Jahres“ nominiert. Seit 2012/13 gehört die kroatische Mezzosopranistin dem Ensemble der Oper Frankfurt an und singt ein vielfältiges Repertoire. Zu ihren wichtigsten Partien zählen Angelina (Rossinis La Cenerentola), Zerlina (Don Giovanni), Sesto (in Giulio Cesare in Egitto an der Seite von Andreas Scholl), Dorabella (Così fan tutte) sowie Cherubino (Le nozze di Figaro).

Darüber hinaus ist die mehrfach ausgezeichnete Mezzosopranistin ein beliebter Gast an anderen internationalen Bühnen. Nina Tarandek gastierte u.a. an der Semperoper Dresden, am Theater an der Wien, an der Volksoper Wien, bei den Opernfestspielen St. Margarethen, am Theater Freiburg, am Staatstheater Darmstadt, an der Vilnius City Opera und am Teatro Teresa Carreño Caracas.

2010 beeindruckte sie beim Cantiere Internazionale d’Arte Montepulciano in der italienischen Erstaufführung von Sciarrinos Luci mie traditrici mit ihrer Interpretation der anspruchsvollen weiblichen Hauptrolle La Malaspina (Koproduktion mit der Oper Frankfurt), was eine CD-Aufnahme bei Stradivarius und eine DVD-Veröffentlichung bei EuroArts nach sich zog. Große Erfolge feierte sie zudem als Cherubino im Sommer 2011 an der Oper Klosterneuburg bei Wien und später in Le nozze di Figaro unter der musikalischen Leitung von Rubén Dubrovsky am Staatstheater Darmstadt. 2012 debütierte Nina Tarandek an der Semperoper Dresden in Dido und Aeneas, als Mercédès in Carmen bei den Opernfestspielen St. Margarethen und ging mit Verdis Requiem und dem Landesjugendorchester NRW auf eine Deutschland-Tournee. In der Spielzeit 2016/17 gastierte sie als Sesto am Theater Freiburg.

Konzerte gab Nina Tarandek u.a. mit dem hr-Sinfonieorchester (traditionelles Neujahrskonzert im Wiesbadener Kurhaus 2011), dem Mozarteum Orchester Salzburg (Mozarts Messe in c-Moll und Beethovens 9. Sinfonie unter Leopold Hager beim Festival De Musica Religiosa de Cuenca in Spanien), dem Prager Radio-Sinfonieorchester (Operngala „Tribute to Jarmila Novotna“  im Rudolfinum) und mit den Wiener Philharmonikern in China. 2011 gab sie einen Liederabend in Abu Dhabi.

Hinzu kommen Engagements für Das schlaue Füchslein (konzertant) im Münchener Gasteig mit dem BR-Sinfonieorchester unter Franz Welser-Möst, Pergolesis Stabat Mater beim Weißensee Klassik Festival und ein Liederabend beim Kammermusik-Festival in Čakovec (Kroatien).

Die kroatische Mezzosopranistin studierte Gesang an der MUK Privatuniversität Wien bei Uta Schwabe und Julia Conwel (Masterabschluss 2011 mit Auszeichnung) sowie Lied und Oratorium bei KS Birgid Steinberger und Carolyn Hague. Zudem besuchte sie Meisterkurse bei Künstlern wie Matthias Goerne, Angelika Kirchschlager, Bernarda Fink und Rudolf Piernay. 2006 ersang sie den Ersten Preis des Fidelio Wettbewerbs in Wien.

​Noch zu Studienzeiten debütierte sie an der Volksoper Wien als Lehrbub in Die Meistersinger von Nürnberg. Darüber hinaus sang sie Dorabella in Così fan tutte am Teatro Teresa Carreño Caracas mit dem Simon Bolivar Orchester sowie Nancy in Brittens Albert Herring im Theater Akzent in Wien. 2009 gestaltete sie in der Uraufführung von Christoph Ehrenfellners Mae Mona die für sie geschriebene Hauptpartie in der Musikwerkstadt Wien und debütierte in Henzes Der Prinz von Homburg (musikalische Leitung: Marc Albrecht, Regie: Christof Loy) am Theater an der Wien.

Zur Saison 2009/10 wurde sie in das Opernstudio der Oper Frankfurt aufgenommen. Ihre ersten Frankfurter Partien waren Alisa in Lucia di Lammermoor, Carmela in La vida breve sowie Zweite Magd in Daphne in der Inszenierung von Claus Guth (ausgezeichnet mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2010). Mit Puccinis La Rondine gab sie 2010 ihr Debüt in der Alten Oper Frankfurt.

Nina Tarandeks  Repertoire umfasst Partien unterschiedlicher Stile und Epochen, darunter auch Waltraute in Die Walküre, Aloès in L’Étoile von Charpentier, Tebaldo in Don Carlo, Flora in La Traviata, Die Wirtstochter in Humperdincks Königskinder, Antonia in Tiefland von d‘Albert, Kate in Brittens Owen Wingrave, Die dunkle Dame in Reimanns Die Gespenstersonate, Ninetta in Die Sizilianische Vesper, Dackel (Das schlaue Füchslein), Anna Kennedy (Maria Stuarda, konzertant in der Alten Oper Frankfurt) und Ilona  in der Uraufführung von Michael Langemanns Anna Toll.

An der mit dem International Opera Award 2018 ausgezeichneten Frankfurter Wiederentdeckung von Kreneks drei Opern Der Diktator; Schwergewicht, oder Die Ehre der Nation; Das geheime Königreich wirkte sie als Anna-Maria Himmelhuber mit.

Nina Tarandeks Partien in der Spielzeit 2018/19 umfassen u.a. noch Flora in La Traviata (an der Seite von Željko Lučić), Waltraute in Die Walküre, sowie Auftritte in den Frankfurter Neuproduktionen von Tschaikowski Iolanta und Verdis La forza del destino. Im Konzert wird sie bei den Kasseler Musiktagen u.a. Wagners Wesendonk Liedern in Begleitung des Frankfurter Streichsextett geben. Weitere Engagements führen sie zu den Lauterbacher Hochhaus-Konzerten und in den hr-Sendesaal. Im Rahmen eines Galakonzerts am National Theater in Varaždin singt Nina Tarandek unter der Leitung von Pavle Dešpalj mit der Zagreber Philharmonie. Für den Sommer 2019 ist ihre Rückkehr zum St. Margarethen Festival geplant, wo sie als Zweite Dame in Die Zauberflöte zu erleben sein wird. 2020 singt Nina Tarandek im Wiener Musikverein Pergolesis Stabat Mater mit den Wiener Virtuosen (Ensemble der Wiener Philharmoniker).

© Nina Tarandek, Mezzosopran 2019